3 Juni 2014 - 04:49
Libyen: Eigenmächtige Offensive von Anhängern Haftars, Luftangriffe in Benghazi

Teile der libyschen Streitkräfte haben erneut auf eigene Faust extremistische Milizen angegriffen. Wie die offizielle Nachrichtenagentur Lana berichtete, bombardierte ein Kampfjet Milizen-Stützpunkte in der Stadt Benghazi.

Ziel war nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabiya die Gruppe Ansar al-Sharia. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Hinter den Angriffen steckt örtlichen Medien zufolge der abtrünnige libysche Generalmajor Khalifa Haftar. Vor gut zwei Wochen hatte er in dem nordafrikanischen Land eigenmächtig eine Militäroffensive gegen extemistische Brigaden begonnen. Seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi 2011 ist Libyen zum Tummelplatz von Milizen geworden. Indirekt warb Haftar nun auch um die Unterstützung der ägyptischen Streitkräfte. Der Zeitung "Al-Masry Al-Youm" (Sonntagausgabe) sagte Haftar, er stimme ägyptischen Militärschlägen zu, wenn diese der Sicherung der Grenze dienten. Das gelte auch dann, wenn Ägypten auf libyschem Territorium angreife. Ägyptens künftiger Präsident Abdel Fattah al-Sisi ging als Militärchef massiv gegen die Muslimbruderschaft vor.